Baden-Württemberg legalisiert Online-Blackjack und -Roulette

tl;dr
Baden-Württemberg hat als drittes deutsches Bundesland Online-Blackjack und -Roulette legalisiert. Diese Entscheidung folgt dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag von 2021 und soll Spieler vor unregulierten Offshore-Angeboten schützen. Ein gestaffeltes Steuermodell wurde eingeführt, um Einnahmen zu sichern. Kritiker bemängeln die strengen Einschränkungen, während Befürworter die Massnahmen als notwendig für Spielerschutz und Marktregulierung sehen.
Legalisierung von Online-Blackjack und -Roulette in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg hat sich Schleswig-Holstein und Bayern angeschlossen und Online-Blackjack sowie -Roulette legalisiert. Die Grundlage dafür bildet der deutsche Glücksspielstaatsvertrag von 2021. Dieser erlaubt es den Bundesländern, Online-Tischspiele individuell zu regulieren. Ziel ist es, Spieler von unregulierten Offshore-Plattformen abzuhalten und den Staat an den Einnahmen zu beteiligen.
Warum wurde das Gesetz verabschiedet?
Viele Spieler in Baden-Württemberg nutzen bereits Offshore-Anbieter, die keine deutschen Regulierungen einhalten. Dadurch entgehen dem Staat Steuereinnahmen, und Spieler sind weniger geschützt. Ohne legale Alternativen würden viele weiterhin auf unregulierte Angebote ausweichen. Das neue Gesetz soll eine sichere, staatlich kontrollierte Möglichkeit schaffen.
Gestaffeltes Steuermodell für Online-Casinos
Die Gesetzgebung führt ein stufenweises Steuerkonzept ein:
– 15 % Steuer auf monatliche Einnahmen bis 300’000 €
– 20 % Steuer auf Einnahmen zwischen 300’000 € und 750’000 €
– 25 % Steuer auf Einnahmen über 750’000 €
Diese Struktur soll sicherstellen, dass Betreiber Einnahmen generieren, während der Staat von den Gewinnen profitiert.
Das solltest du auch lesen:
Strenge Regulierungen des deutschen Online-Glücksspielmarkts
Deutschland zählt zu den am stärksten regulierten Märkten weltweit. Zu den Einschränkungen gehören:
– Mindestens fünf Sekunden Wartezeit zwischen Spins bei Online-Slots
– Maximale Einsatzhöhe von 1 € pro Spin
– 5 % Steuer auf Spieler-Einsätze
– Monatliches Einzahlungslimit von 1’000 €, ausser bei positivem Finanzcheck
Einige Branchenexperten kritisieren diese Regelungen. Sie argumentieren, dass sie High-Roller zu Offshore-Casinos treiben. Befürworter halten die Massnahmen jedoch für essenziell, um Spielsucht und finanzielle Risiken zu minimieren.
Ausblick: Weitere Bundesländer könnten nachziehen
Bayern regulierte als erstes Bundesland Online-Casinos im April 2024, Schleswig-Holstein folgte im September. Beide betreiben über ihre staatlichen Glücksspielbehörden eigene Online-Angebote. Nun könnte Baden-Württembergs Entscheidung weitere Bundesländer dazu bewegen, ähnliche Gesetze zu verabschieden. Dies könnte langfristig die deutsche Online-Glücksspielbranche verändern.
Unsere Einschätzung
Die Legalisierung von Online-Blackjack und -Roulette in Baden-Württemberg ist ein logischer Schritt zur Marktregulierung. Das neue Steuermodell sichert Einnahmen, während strenge Vorschriften den Spielerschutz stärken. Dennoch bleibt abzuwarten, ob die restriktiven Regeln Spieler tatsächlich von Offshore-Casinos fernhalten. Falls weitere Bundesländer nachziehen, könnte sich der regulierte Markt stabilisieren und langfristig attraktiver werden.
Quellen
– iGamingBusiness
– Cointelegraph
– OnlineCasinosDeutschland
– AMBCrypto